Person mit einem Stift in der Hand, die für das Erstellen von OER steht

Offene Bildungsmaterialien
erstellen

Skripte, Arbeitsblätter, Schaubilder, Lehrvideos & Co.: Die Erstellung von Materialien gehört zum Arbeitsalltag von Lehrenden. Alle diese Bildungsmaterialien können unter Berücksichtigung einzelner OER-Aspekte für das Portal angepasst oder für das Portal neu erstellt werden.

Sie möchten OER erstellen?
Mit dieser Planungshilfe generieren Sie in wenigen Schritten einen individuellen Leitfaden, der bei der Erstellung von offenen Bildungsmaterialien unterstützt. Entsprechend Ihrer Auswahl erhalten Sie formale und didaktische Gestaltungshinweise sowie Hinweise zu Lizenzangaben.

Neu erstellen oder auf OER aufbauen

Stellen Sie sich zunächst die Frage, ob Sie Ihre OER komplett neu oder auf Grundlage bereits bestehender OER erstellen möchten. Im Planungsprozess eigener offener Bildungsmaterialien kann oftmals passendes Material in OER Repositorien gefunden werden. Bei der Vermischung mit bereits bestehenden OER können Sie selbst entscheiden, welchen Anteil sie an Ihrer OER ausmachen:

  • Wenn Sie auf dieser aufbauen oder eigene Inhalte damit anreichern, spricht man von Remixen. Zum Beispiel eine Grafik, die sie in Ihren eigenen Foliensatz integrieren oder eine Fallstudie, die Ihnen als Ausgangspunkt Ihres Fragenkatalogs dient.
  • Wenn Sie nur geringfügige Änderungen an der OER vornehmen, um Sie für Ihren Lehrkontext zu modifizieren, spricht man von Anpassen.
  • Auch aus dem reinen Arrangieren (Auswahl und Anordnung) von mehreren bereits bestehenden OER kann ein neues offenes Bildungsmaterial entstehen: ein Sammelwerk. Allerdings muss die Zusammenstellung trotz der darin enthaltenen selbstständigen Elemente eine Schöpfungshöhe erreichen. So können zwei jeweils selbstständige Fallstudien zusammengestellt werden und durch das Auswahlkriterium maximaler Kontrast eine neue “schöpferische” Rahmung erhalten.

Den Lizenzangaben können Sie entnehmen, ob ein Material von Ihnen kontextualisiert und erneut veröffentlicht werden darf.
Wenn Sie im Portal OER finden, die sie Remixen, Anpassen oder Arrangieren möchten, dann legen Sie eine Variante an. Sie erzeugen dadurch eine Kopie des Originals, die in Ihrem Workspace automatisch gespeichert wird. Im Anschluss passen Sie das Bildungsmaterial nach Ihren Bedürfnissen an, indem Sie das Material herunterladen, lokal bearbeiten und wieder in Portal unter “Material ersetzen” hochladen. Achten Sie darauf, dass Sie den Titel des Bildungsmaterials ändern. Die angegeben Metadaten werden übernommen, sofern Sie sie nicht überarbeiten. Weitere Informationen erhalten Sie hier.

Fünf Schritte zur Erstellung von offenen Bildungsmaterialien

Die Erstellung von OER erfolgt außerhalb des Portals. Wir haben für Sie in fünf Schritten zusammengefasst, worauf es bei der OER- Erstellung ankommt.

1. Planung

Überlegen Sie zunächst, was Sie erstellen wollen, also welche Inhalte und Medienformate für Ihre Zielgruppe geeignet sind. Gibt es vielleicht bereits geeignete Bildungsmaterialien, auf denen Sie aufbauen bzw. die Sie mit einbeziehen möchten? Auch Überlegungen zu didaktischen Gestaltungsmitteln, etwa Strukturierung und ggf. Navigation, sollten bei der Planung miteinbezogen werden. Machen Sie sich auch Gedanken über einen präzisen und aussagekräftigen Titel, der die Auffindbarkeit Ihres Materials erhöht.

2. Wahl der Werkzeuge

Im OER-Portal entscheiden Sie selbst, wann Sie Ihre Bildungsmaterialien veröffentlichen, mit wem Sie diese teilen und wen Sie zur Mitarbeit einladen. Die Einstellungen für Veröffentlichungen und einzelnen Freigaben nehmen Sie im Bereich Freigeben des ausgewählten Materials vor. Sie können Ihre Bildungsmaterialien für ausgewählte Personen oder Gruppen zum Lesen, Einbinden in Lernmanagementsysteme oder bearbeiten freigeben. Je offener Sie ihre Materialien freigeben, desto mehr entsprechen Sie dem OER-Gedanken.

3. Lizenzierung sichtbar machen

Neben der maschinellen Auslesbarkeit der Lizenzen, die Sie im Portal im Einstellungsprozess ermöglichen, sollten Sie die Lizenzhinweise bereits bei der Erstellung deutlich sichtbar auf Ihrem Bildungsmaterial angeben.

So machen Sie Ihr Material für andere auf den ersten Blick als OER kenntlich. Es ist üblich, die Module (Icons) der Creative Commons einzufügen und die Lizenzversion anzugeben. Folgende Punkte sollten Sie bei der Lizenzangabe beachten:

  • Wenn Sie Ihr Material auf OER anderer aufbauen, halten Sie sich bei der Lizenzangabe möglichst an die TULLU-Regel: Titel, Urheber*in, Lizenz, Link (auf den Lizenztext), Ursprungsort. Wenn die Materialien unter der CC-Version 4.0 stehen, können Sie auf die Nennung des Titels verzichten.
  • Nutzen Sie Version 3.0 Deutschland geben Sie Ihrem Material einen (kurzen) prägnanten Titel. Dieser wird dann immer verpflichtend mitgeführt.
  • Haben Sie sich für die Bedingung der Namensnennung entschieden, geben Sie als Lizenzgeber*an, in welcher Weise die Namensnennung (z.B. Ihr Name oder Ihre Institution) erfolgen soll.
  • Verwenden Sie fremde Materialien oder Inhalte Dritter, geben Sie die Lizenzangaben so nah wie möglich an diesen Werken an. Alternativ können Sie unter ihrem Werk einen Satz platzieren, der darauf hinweist, dass alle Materialien, “sofern nicht anders angegeben”, von Ihnen stammen und den zu verwendenden Lizenztext einfügen.
  • Verwenden Sie gemeinfreie Materialien oder Inhalte, machen Sie es ebenfalls kenntlich, sodass Nachnutzende ohne großen Prüfungsaufwand nachnutzen und ggf. korrekte Angaben zur weiteren Nachnutzung machen können.

4. Offenes Dateiformat

Stellen Sie Ihr Bildungsmaterial in einem möglichst offenen Format bereit, indem Sie leicht versionierbare und editierbare Dateiformate beim Speichern wählen. So können Inhalte einfacher von anderen Lehrenden nachgenutzt werden.

3 Kriterien für offene Dateiformate sind:

Offener Standard

Materialien mit offenem Standard lassen sich einfach weiterbearbeiten, da die meisten Dateien durch Open Source Software geöffnet und angepasst werden können und keine proprietäre Software gekauft werden muss.

Editierbar

Editierbare Dateiformate erlauben die direkte Anpassung und Weiterentwicklung der Materialien. So lässt sich zum Beispiel ein PDF nur umständlich weiterbearbeiten.

Versionierbar

Versionierbare Dateiformate ermöglichen es, alle an dem Material vorgenommenen Änderungen zu dokumentieren, nachvollziehbar und sogar einfach rückgängig zu machen.

Formate, welche alle drei Aspekte erfüllen, sind zum Beispiel: .csv, .txt, .tex, .html, .md, .svg.
Gängige Formate, die einen Punkt weniger erfüllen, sind zum Beispiel:

  • .docx, .xlsx, .ppsx, .pptx (Office Open XML für Microsoft-Office Dateien)
  • .odt, .ods, .odg, .odp (Open Document Format der Open-Office Dateien)

5. Qualität

Stellen Sie außerdem die Qualität Ihres Bildungsmaterials sicher. Zu beachten sind hierbei besonders die inhaltliche Wiederverwertbarkeit, die fachwissenschaftliche Fundierung, das (didaktische) Design, eine Orientierungsstruktur wie auch didaktische Hilfestellungen und Transfermöglichkeiten. In Kürze stellen wir Ihnen als Unterstützungshilfe einen OER Selbstcheck zur Verfügung, anhand dessen Sie die Qualität Ihres Materials überprüfen können.

Neu erstellen oder auf OER aufbauen

Drei Personen, die für Kategorien von offenen Dateiformaten stehen: Offener Standard, Editierbarkeit und Versionierbarkeit

Den Lizenzangaben können Sie entnehmen, ob ein Material von Ihnen kontextualisiert und erneut veröffentlicht werden darf.
Wenn Sie im Portal OER finden, die sie Remixen, Anpassen oder Arrangieren möchten, dann legen Sie eine Variante an. Sie erzeugen dadurch eine Kopie des Originals, die in Ihrem Workspace automatisch gespeichert wird. Im Anschluss passen Sie das Material nach Ihren Bedürfnissen an, indem Sie es herunterladen, lokal bearbeiten und wieder in Portal unter “Material ersetzen” hochladen. Achten Sie darauf, dass Sie den Titel des Bildungsmaterials ändern. Die angegeben Metadaten werden übernommen, sofern Sie sie nicht überarbeiten. Weitere Informationen erhalten Sie hier.