Rechtliches

Das Urheberrecht

Creative Commons Lizenzen

Eigene OER lizenzieren

OER rechtskonform nutzen

Auf dieser Seite bekommen Sie einen Überblick über die urheberrechtlichen Grundlagen und Creative Commons Lizenzen. Sollten Sie auf dieser Seite und in unseren FAQs keine Antworten auf Ihre Fragen finden, richten Sie diese gern an unseren Support oder stellen Sie Ihre Frage einfach direkt in unserer digitalen Sprechstunde, dem twillo-Thursday. Wir freuen uns auf Sie! 

Das Urheberrecht

Bei der Erstellung eigener bzw. der Nutzung  fremder Materialien in der Hochschullehre kommt man zwangsläufig in Berührung mit dem Urheberrecht. Umso wichtiger ist es, Grundkenntnisse zum Urheberrecht zu haben.

Das Urheberrecht schützt nur persönliche geistige Schöpfungen (§ 2 Abs. 2 UrhG). Ein Werk fällt in den Schutzbereich des Urhebergesetzes, wenn es eine konkret ausgeformte geistige Leistung darstellt (z.B. ein Text, ein Musikstück) sowie eine gewisse Schöpfungshöhe aufweist. Eine Schöpfungshöhe weisen Werke auf, die sich von Alltäglichem, bereits Bekanntem abheben. Die Schwelle ist dabei denkbar niedrig gezogen: auch die sog. “kleine Münze” (z.B. sehr einfache Melodien, Zeichnungen, Computerprogramme usw.) ist schutzfähig.

Das deutsche Urheberrecht ist als Monopolrecht mit Erlaubnisvorbehalt konzipiert. In der Regel liegen alle Urheberrechte bei Werkschöpfer:innen. Für die Nutzung fremder Werke benötigt man Nutzungsrechte, die oftmals vergütungspflichtig sind.

Gemeinfreie Werke und Amtswerke sind zugunsten der Allgemeinheit vom Schutz des Urheberrechts ausgenommen. Diese Werke dürfen ohne Einschränkungen frei genutzt werden. Gemeinfrei wird ein Werk, wenn die urhebende Person seit mind. 70 Jahren verstorben ist. Gemeinfrei sind auch Werke, die die Schöpfungshöhe nicht erreichen (z.B. u.U. sehr einfache Zeichnungen). Amtswerke sind Gesetzestexte, Verordnungen und Urteile.

Darüber hinaus erlauben die sog. “gesetzlichen Lizenzen” eine zustimmungsfreie Nutzung fremder Werke. Besonders relevant im Hochschulkontext sind das Zitatrecht, § 51 UrhG sowie die relativ neue Regelung in § 60a UrhG  für den Bereich der Wissenschaft und Lehre. § 60 a UrhG gestattet eine oftmals vergütungspflichtige, mengenmäßig beschränkte (bis zu 15 %) Nutzung geschützter Werke in eingeschränkten Öffentlichkeiten.

In der Handreichung FAQ Urheberrecht: Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (fhws.de) vom Prof. Dr. Achim Förster wird detailliert auf Fragen des Zitatrechts und des § 60a UrhG eingegangen.

Im Gegensatz zu eingeschränkten Nutzungsmöglichkeiten im Rahmen des Zitatrechts und des § 60a UrhG ermöglichen offene Lizenzen die Nutzung und – je nach Lizenz – auch Bearbeitung ganzer Werke.

Was sind Creative Commons Lizenzen?

Creative Commons Lizenzen sind standardisierte Lizenzverträge, die auf anglo-amerikanischem Recht basieren. Die Lizenzen wurden von deutschen Juristen geprüft und gelten als rechtssicher. Der Lizenzvertrag kommt “automatisch” durch Nutzung (d.h. Verbreitung, öffentliche Zugänglichmachung) zustande.  

Unseren Nutzer:innen empfehlen wir folgende Lizenzen:

CC 0
CC BY
CC BY SA

Nur diese Lizenzen räumen die sog. 5 V-Freiheiten in der Nutzung von Bildungsmaterialien ein: verwenden, verwahren/vervielfältigen, verarbeiten, vermischen, verbreiten – ganz im Sinne der OER-Definition von UNESCO.

Für die Nutzung von Creative Commons Lizenzen sind je nach Lizenz bestimmte Bedingungen vorgesehen (z.B. Angabe der Lizenz, Setzen eines Lizenzlinks,  Namensnennung usw.), die unbedingt einzuhalten sind. Wird sich nicht an die Nutzungsbedingungen gehalten, erlischt die Lizenz und damit die Nutzungsrechte automatisch. Werden die Inhalte nicht umgehend aus dem Internet gelöscht, kann der/die Nutzer:in wegen einer Urheberrechtsverletzung in Anspruch genommen werden.

Creative Commons Lizenzen sind unentgeltlich, relativ einfach in Anwendung und flexibel einsetzbar. Deshalb eignen sie sich besonders gut für Hochschulen.

Was bedeuten die verschiedenen Versionen von Creative Commons Lizenzen?

Die Lizenzversionen (2.0 bzw. 3.0 bzw. 4.0) zeigen die durchlaufenen Revisionsprozesse der CC-Lizenzmodule an. Aktuell gilt die Version 4.0 als Standard.

Was sich in der aktuellen Version 4.0 gegenüber den vorangegangenen Versionen geändert hat, können Sie in diesem Beitrag von John Weitzmann auf iRights.info nachlesen: Creative Commons in Version 4.0 verfügbar: Was sich ändert und was nicht.

Ältere Lizenzversionen:
  • enthalten z.T. abweichende Nutzungsbedingungen. Deshalb ist es wichtig, die jeweilige Lizenzversion anzugeben. Maßgebend ist immer die Version, die im Lizenzvermerk genannt ist. Fehlt die Angabe dazu, gilt nicht automatisch die aktuellere Version. Vielmehr sollte man bei Lizenzgeber:innen nachfragen, welche Lizenz gemeint ist.
  • wurden noch an das deutsche Recht angepasst (portiert). Die Versionen 2.0 und 3.0 gibt es daher sowohl als internationale Fassung (z.B. CC BY 3.0 Int.) als auch als deutsche Fassung (z.B. CC BY 3.0 DE).


Bei der aktuell gültigen Version 4.0:

  • müssen Nutzer:innen sich nur an die Bedingungen der letzten vergebenden Lizenz/Version halten, vgl. Ziff.3 lit.a. 4. CC 4.0. Diese Regelung erleichtert die Nachnutzung von mehrfach bearbeiteten Werken, wenn die Bearbeitungen unterschiedlich lizenziert sind bzw. unterschiedliche Lizenzversionen haben.
  • wurde auf Portierung verzichtet, um eine weitere Zersplitterung der Lizenzlandschaft zu vermeiden. Von der aktuellen Version gibt es daher nur eine deutsche Übersetzung, z.B. hier für CC BY 4.0: Creative Commons — Namensnennung 4.0 International — CC BY 4.0.

CC-Lizenzen-Tabelle

Lizenz

Bedingung

Materialien drüfen...

Lizenztext

Keine Bedingung

...frei genutzt werden ohne Bedingungen und Angaben

CC0 1.0

Namensnennung der Urheber:innen

...geteilt, verändert und kommerziell genutzt werden

CC BY 4.0

Namensnennung + Wiederveröffentlichung

unter gleichen Bedingungen (Share Alike)

...geteilt, verändert und kommerziell genutzt werden

CC BY-SA 4.0





Namensnennung + keine kommerzielle Nutzung (Non Commercial)

...geteilt und verändert werden

CC BY-NC 4.0

Namensnennung + keine kommerzielle Nutzung + Wiederveröffentlichung unter gleichen Bedingungen

...geteilt und verändert werden

CC BY-NC-SA 4.0





Namensnennung + keine Bearbeitung erlaubt (No Derivatives)

...nur geteilt (und nicht verändert werden)

CC BY-ND 4.0

Namensnennung + keine kommerzielle Nutzung + keine Bearbeitung erlaubt

...nur geteilt (und nicht verändert werden)

CC BY-NC-ND 4.0

Creative Commons License CC-Lizenzen-Tabelle nach Ruhr-Uni-Bochum, eScouts OER, Christine Rutenfranz, bearbeitet durch twillo (Farbanpassung und inhaltliche Ergänzungen), CC BY-SA 4.0.

Rund ums Lizenzieren

Eigene OER lizenzieren

Nutzungsrechte am Fremdmaterial klären

Nutzen Sie Fremdmaterial in Ihrem Werk? Stellen Sie in diesem Fall sicher, dass das von Ihnen verwendete Fremdmaterial keine Rechte Dritter (insb. Urheber-, Persönlichkeits- , Markenrechte) verletzt. Holen Sie sich ggf. entsprechende Nutzungsrechte bzw. Einwilligungen (z.B. bei Personenaufnahmen) zur Veröffentlichung.

Lizenzangaben nah am Werk platzieren

Platzieren Sie die Lizenzangaben so nah wie möglich am Werk, damit die Zugehörigkeit des Werks für die Nutzer:innen eindeutig ist.

Fremdmaterial kennzeichnen

Machen Sie es kenntlich, wenn Sie Fremdmaterial verwenden. Vergessen Sie nicht, einen Lizenzvermerk an das Fremdmaterial anzubringen. Weisen Sie daraufhin, falls das Fremdmaterial anders lizenziert ist als Ihr eigenes. Der Hinweis kann z.B. so aussehen: Dieses Werk ist mit CC BY 4.0 lizenziert; Fremdmaterial ist ausgenommen, wenn anders gekennzeichnet.

Link zum Lizenztext setzen

Setzen Sie einen Link zum Lizenztext. Selbst wenn Sie als Ersteller:in dazu nicht verpflichtet sind, erleichtert diese Hilfestellung die Nachnutzung Ihres Materials. Verlinken Sie dabei auf den vollständigen Lizenztext (legalcode) und nicht auf seine Kurzfassung (Deed). Die Kurzfassung weist nur auf einen kleinen Teil der Lizenzbedingungen hin und ist damit unvollständig. Den Lizenztext finden Sie z.B. für die Lizenz CC BY 4.0 hier: Creative Commons — Namensnennung 4.0 International — CC BY 4.0.

Möglichst konkrete Lizenzangaben machen

Denken Sie daran, die Lizenzangaben (Name, ggf. Titel, Quelle, Lizenz, Lizenzversion, ggf. Portierung (DE), Link zur Lizenz) möglichst konkret zu machen, um die Nutzung Ihres Materials zu erleichtern. Die Angaben zur Lizenz, ihrer Version und ggf. Portierung sowie die gewünschte Urheberbezeichnung sind dabei für eine rechtskonforme Nutzung des Materials besonders wichtig.

Beispiele anschauen

Wie ein korrekter Lizenzhinweis in der Praxis erfolgen sollte, können Sie z.B. in unseren Erklärvideos anschauen.

OER rechtskonform nutzen

Nur OER mit Lizenzvermerk nutzen

Achten Sie bei der Nachnutzung fremder Materialien darauf, dass diese einen Lizenzvermerk enthalten, die Lizenz richtig und vollständig angegeben ist und die Urheberangaben gemacht sind. Im Zweifel kontaktieren Sie die Ersteller:innen oder sehen Sie von der Nutzung ab.

Lizenzbedingungen sorgfältig durchlesen

Lesen Sie sorgfältig die Bedingungen der jeweiligen Lizenz. Diese finden Sie z.B. hier für CC BY 4.0: https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/legalcode.de.

Die TULLU+B Regel

Wenn Sie fremdes Material einbinden, bringen Sie möglichst nah am Werk einen Lizenzvermerk an. 
Die TULLU+B Regel hilft Ihnen dabei.

TULLU+B

Folgende Lizenzangaben müssen im Lizenzvermerk enthalten sein:

Titel

(falls bekannt; ab Version 4.0 optional)

Urheber:innen

(alle Autor:innen des Werkes, und zwar so, wie sie das wünschen)

Lizenz

(samt Lizenzversion und ggf. Portierung, z.B. CC BY 4.0/CC BY 3.0 DE, CC 0 1.0)

Link

(zum Lizenztext, z.B. für CC BY 4.0: https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/legalcode.de nicht zur Kurzfassung "Deed")

Link

(zum Lizenztext, z.B. für CC BY 4.0 nicht zur Kurzfassung "Deed")

Ursprungsort

(falls bekannt; Hyperlink online, URI offline)

Bearbeitung

Falls Sie eine Bearbeitung vorgenommen haben; was und wie: Z.B. ein Text wird übersetzt; eine Grafik wird ergänzt/angepasst; ein Video wird mit Musik bespielt; ein Bild wird in eine Kollage eingefügt usw.

Icon für CC BY Lizenz
Darstellung TULLU+B von twillo, CC BY (4.0), basierend auf OER leichtgemacht mit der TULLU-Regel von Jöran Muuß-Merholz und Sonja Borski für OERinfo – Informationsstelle OER, lizenziert unter CC BY (4.0).