Zweite Ausschreibungsrunde:

OER für den Hochschul-bereich

Förderung der Erstellung, Pflege und Verbreitung von Open Educational Resources an den niedersächsischen Hochschulen.

Kontakt:
HIS-Institut für Hochschulentwicklung e. V.
Goseriede 13a | D-30159 Hannover | www.his-he.de

Dr. Klaus Wannemacher
E-Mail: wannemacher@his-he.de
Telefon: +49 (0)511 16 99 29 – 23

Ziel der Förderung

Das Land Niedersachsen schreibt im Rahmen der Förderlinie „OER für den Hochschulbereich – Förderung der Erstellung, Pflege und Verbreitung von Open Educational Resources an den niedersächsischen Hochschulen“ und in Zusammenhang mit dem Projekt OER-Portal twillo eine zweite Runde der Projektförderung aus. Gegenstand der Förderung ist die Erstellung von neuen OER für eine Nutzung in den Pflichtmodulen der Curricula von Fächern mit hoher Studierendenzahl sowie die Erschließung und Aufbereitung vorhandener Materialien als OER. Das Programm versteht sich insbesondere als Impulsgeber und Anschubfinanzierung für die Entwicklung von freien Lehr- und

Lernmaterialien, die einen Multiplikatoreneffekt haben und zu einer Vernetzung im Bereich OER-basierter Lehre führen.

Die Materialien sollten längerfristig Teil des Lehrangebots der Hochschulen werden und einer stetigen Weiterentwicklung unterliegen. Dabei soll auch eine stärkere Vernetzung im Bereich OER-basierter Lehre in einzelnen Disziplinen und disziplinübergreifend (z. B. mit Fachgesellschaften und Initiativen sowie weiteren Key Playern wie E-Learning-Zentren) angestoßen werden, um twillo als ein in den Fachcommunities akzeptiertes OER-Portal mit Inhalten zu füllen.

Anforderungen an alle Einreichungen

  • Anträge können von fachlichen Tandems gestellt werden, die aus jeweils zwei Professor:innen des gleichen Faches oder verwandter Fächer bestehen. Die Tandems müssen zwei unterschiedlichen niedersächsischen Hochschulen in staatlicher Verantwortung angehörig sein.
  • Es werden hauptsächlich große Fächer mit hoher Studierendenzahl gefördert (z. B. Betriebswirtschaftslehre, Maschinenbau/-wesen, Rechtswissenschaft, Germanistik/Deutsch, Informatik, Wirtschaftswissenschaften, Medizin (Allgemein-Medizin), Sozialwesen, Mathematik, Anglistik/Englisch).
  • Gefördert wird die Erstellung didaktisch/thematisch in sich geschlossener digitaler Lehr-/Lerneinheiten in Form von OER, die aufgrund ihres Formats und ihrer Lizenzierung in andere (Lehr-)Kontexte transferiert und von weiteren Lehrenden nachgenutzt werden können (z. B. mit Einleitung, Vorlesungseinheit, Zusammenfassung, Übungseinheiten, Selbstlernkontrolle). Die Materialien sollen in Pflichtmodulen der jeweiligen Curricula eingesetzt werden können. Im Antrag soll abgebildet werden, in welchen Hochschulen die geplanten OER in der Lehre eingesetzt werden können (z. B. Bachelor-Studiengang „Maschinenbau“, Modul Elektrotechnik I, Reglungstechnik oder Thermodynamik II an Hochschule a, b und c).
  • Die aus den Vorhaben gewonnenen Materialien müssen auf dem OER-Portal twillo in einem offenen Format und unter freier Lizenz (CC) veröffentlicht werden.
  • Eine Förderung der Erarbeitung, Erschließung und Pflege von Meta-Materialien (z. B. Skills-Trainings in Bereichen wie Erfolgreich studieren, Wissenschaftliches Arbeiten, Projektmanagement, Zeit- und Selbstmanagement) ist ausgeschlossen.
  • Bestandteil der Förderung ist auch das Community Building für die Nutzung von OER und twillo in diesem speziellen Fach.
  • Es wird eine enge Zusammenarbeit mit dem OER-Portal twillo erwartet, um die stärkere Nutzung von OER in diesem speziellen Fach voranzubringen.
  • Die Kuratierung von vorhandenen OER des Faches wird ebenfalls erwartet. Dazu müssen mindestens zehn fachspezifische Lehr-/Lernmaterialien (z. B. didaktisch geschlossene Einheiten) pro Monat recherchiert und in twillo hochgeladen werden.
  • Die Projekte verpflichten sich zur Teilnahme an einem Kickoff-Workshop sowie an weiteren Kurator:innen-Workshops von twillo.
  • Die Projekte verpflichten sich zu einer agilen transparenten Arbeitsweise und zur iterativen Veröffentlichung der Materialien.

Umfang der Förderung und Antragsberechtigung

Erfolgreiche Anträge in dieser zweiten Ausschreibungsrunde der Förderlinie erhalten in einem Zeitraum von 18 Monaten Projektmittel zur Schaffung und Verbreitung von freien Lehr- und Lernmaterialien (OER).

Das Gesamtvolumen der ausgeschriebenen Förderung beträgt 1,25 Millionen Euro. Dazu werden in der zweiten Förderphase zwischen Januar 2022 und Juni 2023 (Zeitraum: 18 Monate) maximal sieben OER-Projekte,

jeweils von zwei Antragsteller:innen verantwortet, gefördert (d. h. rund 180.000 Euro pro Tandem bzw. rund 90.000 Euro pro Hochschullehrender/Hochschullehrendem im Tandem für 18 Monate).

Antragsberechtigt sind ausschließlich Professor:innen niedersächsischer Hochschulen in staatlicher Verantwortung.

Förderfähig sind folgende Maßnahmen:

  • die anteilige Finanzierung einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin/eines wissenschaftlichen Mitarbeiters für den beantragten Projektzeitraum zwecks Unterstützung des Projektvorhabens.
  • die Finanzierung von studentischen Hilfskräften für den beantragten Projektzeitraum.
  • Weiterhin können projektbezogene Sachmittel beantragt werden (Reisekosten lt. Nds. Reisekostenverordnung, Kosten für Workshops, Verbundpartnertreffen, Fachliteratur).
  • Nicht förderfähig sind die Finanzierung von Vertretungsprofessuren nach W-Besoldung und die Finanzierung von unbefristeten Vollzeitstellen. Ebenfalls nicht förderfähig ist die Finanzierung von Stammpersonal, es sei denn, es handelt sich um eine Aufstockung von bislang in Teilzeit beschäftigtem Personal.

Auswahlkriterien und Vergabemodalitäten

Die Auswahl der förderfähigen Projekte erfolgt durch eine Auswahlkommission.

Die/der Antragsteller:in sollte darlegen, dass das zu erstellende freie Lehr-/Lernmaterial nicht schon vergleichbar verfügbar ist. Die/der Antragsteller:in muss darlegen, wer als Ansprechpartner:in bzw. Kurator:in für die OER-Plattform fungiert. Dabei ist auch die Vernetzung in die Fachcommunity wichtig.

Es ist ein Unterstützungsschreiben der Hochschulleitungen für den jeweiligen Antrag erforderlich. Pro Hochschule sind maximal zwei Anträge zulässig. Einzelanträge von Lehrenden sind nicht möglich. Der Antrag muss über die Hochschulleitung der konsortialführenden Hochschule eingereicht werden, wobei jeweils ein Zuwendungsbescheid an die beteiligten Hochschulen des Tandems erlassen wird. Sofern Anträge in Abstimmung mit Fachgesellschaften entstehen, sollte dies kenntlich gemacht werden.

Folgende Kriterien werden der Auswahl zugrunde gelegt:

  • Disziplinäre Verortung in einem an den Hochschulen Niedersachsens häufig belegten Fach und ein fachlicher Fokus der freien Lehr- und Lernmaterialien im Engeren (d. h. keine Meta-Materialien und Skills-Trainings in Bereichen wie Erfolgreich studieren, Wissenschaftliches Arbeiten, Projektmanagement, Zeit- und Selbstmanagement o. ä.)
  • Ziel- und Ergebnisorientierung (nachvollziehbare und realistische Darstellung der Zieldimensionen, Aussagen zur Überprüfung der Zielerreichung, reflektierter Umgang mit Potenzialen und Herausforderungen von OER)
  • Innovationscharakter und Nachhaltigkeit der zu erstellenden freien Lehr- und Lernmaterialien (Innovationsimpuls für eine neue Lehr- und Lernkultur unter Einbeziehung von OER, Impulse für selbstständiges Lernen der Studierenden, Aussicht auf einen langfristigen „Türöffnereffekt“, mittel- bis langfristige Nutzbarkeit der Materialien)
  • nachvollziehbare Umsetzungsplanung und Aufwand-/Nutzen-Relation (prospektiver qualitativer und quantitativer Mehrwert des Entwicklungsprojekts, fundierte didaktische Konzeption der Lernmaterialien)
  • Vernetzung und Reichweite (es ist darzulegen, wie die Lehr- und Lernmaterialien von anderen genutzt werden können und welche Reichweite diese voraussichtlich erreichen, ebenso wie darüber Vernetzungseffekte und Kollaborationen bei der Erstellung von OER gefördert werden)
  • Einbindung von Fach-Communities/Fachgesellschaften (z. B. in Form einer Evaluation der erstellten Materialien oder zur Kuratierung von bereits vorhandenen Materialien)
  • Einbindung von E-Learning- und Hochschuldidaktik-Zentren bei der Erstellung und Qualitätssicherung der Materialien
  • Anreizmodelle für Lehrende und Studierende zur Nutzung der Materialien

In der finalen Projektauswahl werden unterschiedliche Hochschulen und Fächer, die Studierende an den Hochschulen Niedersachsens häufig belegen, berücksichtigt.

Vorausgesetzt werden folgende Aspekte: 

  • Realisierbarkeit des Projekts unter Berücksichtigung der verfügbaren Ressourcen
  • Überprüfung des Projekterfolges durch geeignete Qualitätssicherungsmaßnahmen
  • Beteiligung der hochschulinternen Expert:innen für die Sicherung und die Entwicklung der Qualität in Studium und Lehre (idealiter sowohl im Vorfeld als auch bei der Umsetzung)
  • Bereitschaft zur engen Kooperation mit dem OER-Portal-Konsortium und insbesondere zur Mitwirkung an Kurator:innen-Sitzungen im gesamten Förderzeitraum
  • Veröffentlichung der Materialien auf dem OER-Portal twillo

Antragstellung

Interessierte Professor:innen werden gebeten, einen Antrag im Umfang von maximal fünf DIN A 4-Seiten per E-Mail bis zum 30.09.2021 zu richten an:

stefan.niermann@mwk.niedersachsen.de und philipp.schaumann@mwk.niedersachsen.de

Die Antragsunterlagen sollen in drei Abschnitte gegliedert werden und (wenigstens) folgende Informationen und Materialien enthalten: 

1. Formalia (1 Seite)

Hochschulen, Fachbereich(e), Antragsteller:in, Ressourcen- und Finanzierungsplanung, die Versicherung, dass dasselbe oder ein im Wesentlichen gleiches Projekt nicht an anderer Stelle zur Förderung beantragt wurde bzw. bereits aus anderen Mitteln gefördert wird.

2. Konzeption (maximal 3 Seiten)

  • Erläuterung der Gesamtidee des Projektes
  • Beschreibung der Reichweite und der Vernetzung
  • Erläuterung und Begründung des Innovationscharakters des geplanten Projektes inkl. des Nachweises, dass vergleichbare Materialien noch nicht verfügbar sind
  • Erläuterungen zur Vorgehensweise bei der Umsetzung der Idee
  • Beschreibung der digitalen Lehrmaterialien, die entwickelt werden sollen und inwiefern diese in anderen Kontexten nachgenutzt werden können einschließlich der Angabe, in welchen Hochschulen, Studiengängen und Pflichtmodulen die geplanten OER in der Lehre eingesetzt werden können und
  • Beschreibung, welche Lernmanagementsysteme (z. B. Ilias, Moodle) oder digitalen Tools/Anwendungen (z. B. Gitlab, LiaScript, Video-Tool) bei der Erstellung des Materials genutzt werden sollen.

3. Qualitätssicherung, Evaluation und Transfer (1 Seite)

  • Darlegung, welche Mitarbeiter:innen die Materialen kuratieren.
  • Erläuterung, wie Fachgesellschaften, E-Learning- bzw. Hochschuldidaktische Zentren eingebunden werden
  • Erläuterung der Aufgabenverteilung im Tandem

4. Unterstützungsschreiben 

Es ist ein Unterstützungsschreiben der Hochschulleitungen für den jeweiligen Antrag erforderlich (pro Hochschule maximal zwei Anträge).