• Nutzen Sie diese Suche, um schnell und gezielt interessante Tipps, Hilfestellungen, Muster-Vorlagen, spannende Blogbeiträge zu verschiedenen Themen und aktuelle Veranstaltungen zu finden.

Anmelden
/Blog/KI verantwortungsvoll in Lehre und Studium einsetzen

KI verantwortungsvoll in Lehre und Studium einsetzen

Bild von Sarah Brockmann, freigegeben unter CC 0 (1.0)

Start

Die­ser Bei­trag stellt die „Hand­lungs­emp­feh­lun­gen für Hoch­schul­leh­rende zum Ein­satz von Künst­li­cher Intel­li­genz“ vor, die gesetz­li­che Vor­ga­ben für die KI-Nut­zung im Hoch­schul­all­tag kom­pakt und all­ge­mein­ver­ständ­lich zusam­men­fas­sen.

Zum Hintergrund

Die Hand­lungs­emp­feh­lun­gen beant­wor­ten Fra­gen, wie z. B.:

  • Warum ist es sinn­voll, sich in Lehre und Prü­fun­gen mit dem Thema KI aus­ein­an­der­zu­set­zen?
  • Wel­che Kom­pe­tenz benö­tige ich als Lehr­per­son, wel­che sollte ich den Stu­die­ren­den ver­mit­teln?
  • Wo lie­gen recht­li­che Gren­zen der Ver­wen­dung von KI und wer zieht diese?
  • Was ist bei KI-Nut­zung im Rah­men von Prü­fun­gen, ihrer Vor- und Nach­be­rei­tung zu beach­ten?

Die Emp­feh­lun­gen ent­stan­den im Rah­men des Pro­jekts „KI in Stu­dium, Lehre und Prü­fung“ des Digi­tale Lehre Hub Nie­der­sach­sen (DLHN), das im Rah­men der Hochschule.digital Nie­der­sach­sen (HdN) ein­ge­wor­ben und durch das nie­der­säch­si­sche MWK (zukunft.niedersachsen) geför­dert wird. Mit­ar­bei­tende ver­schie­de­ner nie­der­säch­si­scher Hoch­schu­len und Fach­rich­tun­gen brach­ten dabei ihre Exper­tise ein, um kom­plexe Sach­ver­halte der Nut­zung gene­ra­ti­ver KI im Lehr‑, Lern- und Prü­fungs­kon­text zu pra­xis­ori­en­tier­ten Kern­aus­sa­gen zu kom­pri­mie­ren. Zu den Zie­len des Pro­jekts gehö­ren die Befä­hi­gung Leh­ren­der und Stu­die­ren­der, Kom­pe­tenz im Umgang mit KI zu ent­wi­ckeln, die För­de­rung inno­va­ti­ver Lehr- und Prü­fungs­for­mate, eine nach­hal­tige Ver­net­zung nie­der­säch­si­scher Hoch­schu­len sowie die Bereit­stel­lung von OER zur lang­fris­ten Unter­stüt­zung in Form von Arbeits­ma­te­ria­lien, Stel­lung­nah­men etc. Auch die Hand­lungs­emp­feh­lun­gen wur­den unter einer CC0-Lizenz ver­öf­fent­licht, um eine Nach­nut­zung der Inhalte für unter­schied­li­che Zwe­cke so unkom­pli­ziert wie mög­lich zu gestal­ten.

KI-Kompetenz fördern

Soll Stu­die­ren­den die Nut­zung gene­ra­ti­ver KI im Rah­men von Lehr­ver­an­stal­tun­gen oder Prü­fun­gen erlaubt wer­den, soll­ten Leh­rende zuvor den Umfang ihrer eige­nen KI-Kom­pe­tenz reflek­tie­ren. Dazu gehört u. a. das Wis­sen um recht­li­che Rege­lun­gen und interne Vor­ga­ben der Hoch­schule, des Fach­be­reichs, Insti­tuts oder Fachs. Ggf. sind neue Kennt­nisse und Fähig­kei­ten erfor­der­lich, die mit Hilfe von Infor­ma­ti­ons- und Wei­ter­bil­dungs­an­ge­bo­ten, z.B. zu fin­den über den KI-Ein­stieg von twillo oder den Ver­an­stal­tungs­ka­len­der des Netz­werk Lan­des­ein­rich­tun­gen für digi­tale Hoch­schul­lehre (NeL), auf­ge­baut wer­den kön­nen. Leh­rende sind so in der Lage best­mög­lich sicher­zu­stel­len, dass Stu­die­rende jene KI-Kom­pe­tenz ent­wi­ckeln kön­nen, die für die ihnen gestell­ten Auf­ga­ben not­wen­dig ist.

Neben der Ein­hal­tung gesetz­li­cher und insti­tu­tio­nel­ler Vor­ga­ben, kann KI-Kom­pe­tenz auch dem Abbau vor­han­de­ner Fähig­kei­ten ent­ge­gen­wir­ken, etwa durch kri­ti­sche Refle­xion des eige­nen Nut­zungs­ver­hal­tens und der Aus­wir­kun­gen, die eine zu starke Aus­la­ge­rung von Auf­ga­ben an gene­ra­tive KI-Sys­teme mit sich bringt. Die Hand­lungs­emp­feh­lun­gen bie­ten Ori­en­tie­rung hin­sicht­lich des Auf­baus von KI-Kom­pe­tenz sowie Hin­weise auf Infor­ma­ti­ons­ma­te­ria­lien aus dem Ver­bund nie­der­säch­si­scher Hoch­schu­len.

Ethi­sche Aspekte der KI-Nut­zung wer­den in den Emp­feh­lun­gen kurz the­ma­ti­siert, eine aus­führ­li­chere Aus­ein­an­der­set­zung bie­tet der Bei­trag Ethik der KI-Nut­zung im Hoch­schul­kon­text.

Vertrauen schaffen

Um Stu­die­ren­den die Sorge vor einer unbe­ab­sich­tigt unzu­läs­si­gen KI-Nut­zung oder Ver­let­zung der Sorg­falts­pflicht zu neh­men, aber auch um sich als Leh­rende in einer bes­se­ren Aus­gang­lage zu befin­den, falls doch ein Täu­schungs­ver­such vor­liegt, soll­ten ein­deu­tige Regeln zur Nut­zung gene­ra­ti­ver KI defi­niert wer­den. Wel­che KI-basier­ten Hilfs­mit­tel sind in wel­chem Umfang erlaubt und wie ist ihre Ver­wen­dung zu doku­men­tie­ren? Was erwarte ich als Lehr­per­son hin­sicht­lich Refle­xion, Eigen­leis­tung und Kenn­zeich­nung der Hilfs­mit­tel­ver­wen­dung?

Die Hand­lungs­emp­feh­lun­gen kön­nen als Hilfe zum Erstel­len von Nut­zungs­re­geln und Hand­lungs­emp­feh­lun­gen die­nen. Zudem las­sen sie sich als kom­pak­tes Nach­schla­ge­werk recht­li­cher Grund­la­gen ver­wen­den, um hin­sicht­lich der Nut­zung gene­ra­ti­ver KI in Ver­an­stal­tun­gen und Prü­fun­gen schnell eine Ori­en­tie­rung zu erhal­ten.

Transparenz voraussetzen

Wis­sen­schaft­li­che Stan­dards umfas­sen u. a. die klare Kenn­zeich­nung von Bei­trä­gen Ande­rer zur eige­nen Arbeit, um die jewei­lige Eigen­leis­tung in der Aus­ein­an­der­set­zung mit Quel­len und Kon­text sicht­bar zu machen. Auch die KI-Ver­ord­nung der EU ent­hält klare Vor­ga­ben für die Kenn­zeich­nung KI-gene­rier­ter und mit Hilfe von KI erstell­ter Inhalte. So ist z. B. Bild‑, Video- und Audio-Mate­rial bar­rie­re­frei und klar erkenn­bar zu kenn­zeich­nen, es sei denn, es wurde bereits anbie­ter­sei­tig gekenn­zeich­net. Auch Text ist klar erkenn­bar zu kenn­zeich­nen ist, es sei denn, 

  • er wurde bereits anbie­ter­sei­tig gekenn­zeich­net, oder
  • die redak­tio­nelle Ver­ant­wor­tung wird über­nom­men, oder
  • er wurde eigen­hän­dig fina­li­siert, oder
  • er wird nur intern ver­wen­det.

Mit den Offen­le­gungs­pflich­ten hin­sicht­lich KI-gene­rier­ter oder KI-mani­pu­lier­ter Inhalte befasst sich auch der Bei­trag Wel­che KI-gene­rier­ten Inhalte muss ich kenn­zeich­nen und wie?

Das Ein­hal­ten von Stan­dards zur Kenn­zeich­nung KI-gene­rier­ter bzw. mit Hilfe von KI erstell­ter Bei­träge ist nicht leicht zu über­prü­fen. Tech­ni­sche Kenn­zeich­nun­gen, wie z. B. digi­tale Was­ser­zei­chen, oder die Ver­wen­dung von KI-Detek­to­ren sind im Falle eines Täu­schungs­ver­dachts jedoch keine zuver­läs­sige Hilfe. Einer­seits lässt sich die Erken­nung rela­tiv ein­fach umge­hen, ande­rer­seits kön­nen Detek­to­ren auch falsch-posi­tive Ergeb­nisse lie­fern. Eine Stel­lung­nahme zum Ein­satz von KI-Detek­to­ren zur Über­prü­fung von Prü­fungs­leis­tun­gen, die im Rah­men des DLHN ent­stand, emp­fiehlt daher statt­des­sen die Ent­wick­lung einer neuen Prü­fungs­kul­tur und ent­spre­chen­der Prü­fungs­for­mate.

Verantwortung stärken

Durch einen offen­si­ven Umgang mit Fra­gen zur Nut­zung gene­ra­ti­ver KI in Ver­an­stal­tun­gen und Prü­fun­gen, kön­nen Leh­rende dazu bei­tra­gen Stu­die­ren­den die Bedeu­tung von Kom­pe­tenz, Inte­gri­tät und Trans­pa­renz im Umgang mit KI pra­xis­nah zu ver­mit­teln und Täu­schungs­ver­su­chen bes­ten­falls vor­beu­gen. Die Stär­kung eines reflek­tier­ten Nut­zungs­ver­hal­tens in Ver­bin­dung mit kla­ren Vor­ga­ben zu erlaub­ten KI-basier­ten Hilfs­mit­teln, zuge­las­se­nem Nut­zungs­um­fang sowie erfor­der­li­cher Kenn­zeich­nung und Refe­ren­zie­rung kann Stu­die­ren­den dabei hel­fen, ver­ant­wor­tungs­vol­les wis­sen­schaft­li­ches Arbei­ten im Rah­men recht­li­cher Vor­ga­ben zu ver­in­ner­li­chen und externe Hilfs­mit­tel jeg­li­cher Art als sol­che zu behan­deln.

Literatur

Miriam Bur­feind, Laura Fie­gen­baum, Tom Hart­mann, Janine Horn, Julius Hoyer, Jas­min de Nys und Maren Ste­phan (2026): Hand­lungs­emp­feh­lun­gen für Hoch­schul­leh­rende zum Ein­satz von Künst­li­cher Intel­li­genz. DOI: https://doi.org/10.57961/rdsz-7320

Jetzt den twillo-Newsletter abonnieren

Beiträge, Veranstaltungen und Tipps zu offenen Bildungsressourcen – direkt von twillo für Sie.

Newsletter abonnieren
Offene Bildungsmaterialien finden OER finden