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KI und OER: Potenziale für die Hochschullehre

Bild KI-generiert mit ChatGPT (OpenAI).

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Wel­che Rolle kön­nen KI-Anwen­dun­gen künf­tig für OER und eine offene Bil­dungs­pra­xis an Hoch­schu­len spie­len? Die­ser Frage wid­mete sich eine mul­ti­per­spek­ti­vi­sche Erhe­bung von twillo. Im Zeit­raum von Februar bis Okto­ber 2025 führte das HIS-Insti­tut für Hoch­schul­ent­wick­lung (HIS-HE) – Koope­ra­ti­ons­part­ner im twillo-Ver­bund – Befra­gun­gen unter OER-Lead-User*innen, Vizepräsident*innen für Lehre bzw. Studiendekan*innen sowie twillo-Nutzer*innen mit­tels Online-Fra­ge­bö­gen und ergän­zen­der qua­li­ta­ti­ver Inter­views durch. Erste Zwi­schen­er­geb­nisse der Stu­die zu Nut­zungs­mus­tern und Her­aus­for­de­run­gen wur­den bereits in die­sem twillo-Blog­bei­trag „KI und OER: Ein­bli­cke in aktu­elle Nut­zung und Her­aus­for­de­run­gen“ ver­öf­fent­licht.

Die voll­stän­di­gen Unter­su­chungs­er­geb­nisse zei­gen, dass KI-Anwen­dun­gen im OER-Kon­text bis­lang über­wie­gend für Text­be­ar­bei­tun­gen, Über­set­zun­gen, Bild­ge­ne­rie­rung oder die Auf­be­rei­tung von Lehr­ma­te­ria­lien genutzt wer­den. Gleich­zei­tig schrei­ben die Befrag­ten KI erheb­li­che Poten­ziale für die Erstel­lung, Anpas­sung und Wei­ter­ent­wick­lung offe­ner Bil­dungs­ma­te­ria­lien zu. Über alle befrag­ten Sta­tus­grup­pen hin­weg wird KI über­wie­gend als Chance für die Wei­ter­ent­wick­lung von OER und der Hoch­schul­lehre wahr­ge­nom­men (siehe Abbil­dung). KI wird dabei nicht als All­heil­mit­tel ver­stan­den, son­dern als Werk­zeug, das Poten­ziale eröff­net, zugleich aber neue Anfor­de­run­gen mit sich bringt.

Entlastung bei der Erstellung und Pflege von OER

Ein zen­tra­les Poten­zial sehen die Interviewpartner*innen in der Effi­zi­enz­stei­ge­rung bei der Erstel­lung und Aktua­li­sie­rung offe­ner Bil­dungs­ma­te­ria­lien. KI kann die Ent­wick­lung und Über­ar­bei­tung von OER unter­stüt­zen, bei­spiels­weise bei der Erstel­lung von Übungs­auf­ga­ben, der Gene­rie­rung von Meta­da­ten oder dem Aus­le­sen von Kom­pe­ten­zen aus Kurs­be­schrei­bun­gen. Dadurch kön­nen zeit­auf­wen­dige Rou­ti­ne­tä­tig­kei­ten redu­ziert und Kapa­zi­tä­ten für didak­ti­sche Kern­auf­ga­ben wie Qua­li­täts­kon­trolle oder die Betreu­ung von Stu­die­ren­den geschaf­fen wer­den.

Personalisierung und inklusive Lehre

Als wei­te­res Poten­zial wird die Mög­lich­keit her­vor­ge­ho­ben, OER an unter­schied­li­che Ziel­grup­pen und Lern­vor­aus­set­zun­gen anzu­pas­sen. Mit­tels KI kön­nen Mate­ria­lien bei­spiels­weise hin­sicht­lich ihres Kom­ple­xi­täts­grads vari­iert, ver­schie­dene Dar­stel­lungs­for­men erzeug­to­der indi­vi­du­elle Lern­pfade unter­stützt wer­den. Zudem wird ein beson­de­res Poten­zial für eine inklu­si­vere Hoch­schul­lehre gese­hen, etwa durch die bar­rie­re­freie Gestal­tung von Mate­ria­lien oder die Anpas­sung an spe­zi­fi­sche Lern­be­darfe.

Qualität und Auffindbarkeit verbessern

Die Inter­views zei­gen außer­dem, dass KI nicht nur bei der Erstel­lung neuer Mate­ria­lien unter­stüt­zen kann. Genannt wer­den auch Ein­satz­mög­lich­kei­ten zur Qua­li­täts­si­che­rung bestehen­der OER, bei­spiels­weise bei der Über­prü­fung von Mul­ti­ple-Choice-Auf­ga­ben oder der Ver­bes­se­rung von Lehr­ver­an­stal­tungs­be­schrei­bun­gen im Hin­blick auf Lern­ziele.

Dar­über hin­aus wer­den KI-Sys­te­men Poten­ziale für die auto­ma­ti­sierte Gene­rie­rung und Zuord­nung von Meta­da­ten zuge­schrie­ben. Dadurch könnte die Auf­find­bar­keit und Nach­nutz­bar­keit von OER auf Platt­for­men ver­bes­sert wer­den.

Strategische Weiterentwicklung offener Bildung

Meh­rere Interviewpartner*innen attes­tie­ren der Ver­bin­dung von KI und OER eine lang­fris­tige Ent­wick­lungs­per­spek­tive. OER wer­den dabei auch als Grund­lage für die Ent­wick­lung insti­tu­tio­nel­ler KI-Sys­teme betrach­tet, da offen lizen­zierte Mate­ria­lien recht­lich unpro­ble­ma­tisch für das Trai­ning von Large Lan­guage Models, einer zen­tra­len Kom­po­nente gene­ra­ti­ver KI-Modelle, genutzt wer­den kön­nen. Gleich­zei­tig wird eine stär­kere Zusam­men­ar­beit zwi­schen Hoch­schu­len als Chance gese­hen – etwa durch den Aus­tausch von OER sowie erprob­ter Prompts und Work­flows.

Potenziale und Chancen

  • Effi­zi­enz­stei­ge­rung und Ent­las­tung
  • Per­so­na­li­sie­rung und Inklu­sion
  • Qua­li­täts­si­che­rung und Infra­struk­tur
  • Stra­te­gi­sche Inte­gra­tion
  • Didak­ti­sche Unter­stüt­zung und Inno­va­tion
  • Bil­dungs­ge­rech­tig­keit und Kom­pe­tenz­ent­wick­lung

Fazit

Die qua­li­ta­ti­ven Ergeb­nisse zeich­nen ins­ge­samt ein kon­sis­ten­tes Bild: KI wird über­wie­gend als pro­duk­tive Erwei­te­rung des didak­ti­schen und orga­ni­sa­tio­na­len Hand­lungs­re­per­toires im OER-Bereich wahr­ge­nom­men. Beson­ders her­vor­ge­ho­ben wer­den Poten­ziale zur Effi­zi­enz­stei­ge­rung, Per­so­na­li­sie­rung, Qua­li­täts­si­che­rung und zur stra­te­gi­schen Wei­ter­ent­wick­lung offe­ner Bil­dung. Gleich­zei­tig machen die Ergeb­nisse deut­lich, dass diese Poten­ziale nur dann aus­ge­schöpft wer­den kön­nen, wenn geeig­nete struk­tu­relle Rah­men­be­din­gun­gen geschaf­fen wer­den und Hoch­schu­len die Mög­lich­kei­ten einer KI-gestütz­ten offe­nen Bil­dungs­pra­xis sys­te­ma­tisch erpro­ben und wei­ter­ent­wi­ckeln.

Die voll­stän­di­gen Unter­su­chungs­er­geb­nisse der Stu­die sowie die dar­aus resul­tie­ren­den Schluss­fol­ge­run­gen sind im Medi­en­cen­ter von HIS-HE abruf­bar.

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